17. February 2016, 15.03

Viele kleine Handlungen bewirken zusammen Großes: Die Plattform bgood

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Die Internet-Plattform bgood hat zum Ziel, Menschen zu sozialem und ökologischem Handeln zu inspirieren und den Impact vermeintlich kleiner „guter Taten“ messbar zu machen. Das Motto: "Nobody can do everything, but everybody can do something“. Wir haben Philipp Wasshuber, einen der Gründer, zum Interview gebeten:

 

bewusstkaufen: Viele Menschen wollen zum Klimaschutz und zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen, aber wissen nicht, wie. Eure Plattform bgood setzt hier an – wie?

 

Philipp Wasshuber: bgood motiviert Menschen zu nachhaltigem und sozialem Handeln, misst den Impact, der dabei generiert wird und drückt diesen in Punkten, den goodcoins, aus. Auf bgood finden sich vielfältige Aufgaben, die von Alltagsveränderungen wie Mehrwegflaschenkauf oder Stromsparen bis hin zu Nachhilfeunterricht für Flüchtlingskinder reichen. Für jede erfüllte Aufgabe sammeln NutzerInnen goodcoins, die auf sozialen und ökologischen Faktoren wie CO2, virtuellem Wasser und Zeit basieren. Somit wird soziales und ökologisches Engagement messbar. Unternehmen unterstützen diese guten Taten, indem diese Gutscheine gegen goodcoins auf einem integrierten Marktplatz zur Verfügung stellen oder die goodcoins in eine Spende umwandeln. Während es bei manchen Menschen an Motivation, Information und Inspiration mangelt, ihr Leben nachhaltiger und sozialer zu gestalten, steigt das Misstrauen und der Anspruch gegenüber Unternehmen an. Dadurch steigt der Druck auf Unternehmen ihrer Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft nachzukommen. Anstatt die eine Seite gegen die andere auszuspielen, ermöglicht es bgood Firmen, Individuen für nachhaltiges Verhalten und soziales Engagement zu belohnen.


bk: Welche Gründe könnt Ihr unseren LeserInnen nennen, warum sie sich bei bgood registrieren sollten?

 

PW: Wir wollen unseren NutzerInnen nicht nur Ideen liefern, wie sie ihr Leben sozialer und nachhaltiger gestalten können, sondern ihnen auch die positiven Auswirkungen ihres Handelns näher bringen und ihnen die Möglichkeit bieten, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen. bgood wird sich zu der zentralen Plattform für soziales und ökologisches Engagement entwickeln und diverse Schnittstellen zu anderen Initiativen, Apps und Tools aufbauen. Auf bgood behalten NutzerInnen alle ihre Aktivitäten und den damit erzielten Impact im Auge und lassen sich von neuen Ideen inspirieren. Wir laden alle ein diese Reise mit uns zu unternehmen und freuen uns Feedback und Ideen neuer NutzerInnen einarbeiten zu können, um die bgood weiter voranzutreiben. Je mehr Menschen von bgood erfahren und aktiv teilnehmen, desto größer ist unser gemeinsamer Impact.


bk: Wie messt ihr den sozialen und ökologischen Impact, den ein „Task“ bzw. „Gute Tat“ jeweils hat?

 

PW: Derzeit haben wir eine Formel entwickelt, die Werte wie CO2, virtuelles Wasser, Zeit und weitere Faktoren pauschal einbezieht. Unser erklärtes Ziel ist es durch individuelle Eingaben ein genaues Abbild des persönlichen Impacts darstellen zu können, ohne sich auf Durchschnittswerte verlassen zu müssen. Als Beispielprojekt arbeiten wir derzeit an einer intelligenten Stofftragetasche, die mittels NFC-Chip und Zahlungsterminal misst, wie viele Einwegtragetaschen durch sie eingespart werden. In Zukunft werden wir weitere intelligente Lösungen – z.B. Smarthomes oder E-Tanksäulen – mittels Schnittstellen einbinden. Datenschutz ist und bleibt dabei ein zentrales Thema und hat für uns oberste Priorität.


bk: Welche Visionen für bgood habt ihr bzw. wo würdet ihr gerne in fünf Jahren stehen?

 

PW: In fünf Jahren soll der goodcoin eine etablierte alternative Währung sein, die durch soziales sowie nachhaltiges Handeln und fairen bzw. ökologischen Konsum geschöpft wird. Es soll neben unserem integrierten Marktplatz möglich sein in diversen Geschäften und Webshops mit dem goodcoins zu bezahlen. Wir wollen damit das Bewusstsein für die Auswirkungen nachhaltiger Handlungen bei einer breiten Masse steigern und möglichst viele Firmen mit an Bord holen. Umweltschutz und Solidarität sollen nicht Nischenprogramm sein, sondern einen Platz im Mainstream haben.


bk: Was ist eure persönliche Motivation, euch mit der Plattform für eine nachhaltige Entwicklung einzusetzen?

 

PW: Freiwillige Arbeit oder ökologisches Verhalten war schon lange Teil unseres Lebens. Unsere Taten kamen uns aber im Vergleich zu den großen Problemen unserer Zeit, wie Klimawandel oder Armut, klein und unbedeutend vor. Wir haben daher nach einer Möglichkeit gesucht, uns selbst zu zeigen, dass viele kleine Handlungen zusammen Großes bewirken können. Dass dabei dann eine neuartige Social Community und virtuelle Währung entstehen, war damals noch nicht absehbar. Wir  glauben, dass jede und jeder von uns die Welt verändern kann - und zwar gemeinsam - mit vielen kleinen Schritten.


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